World of: Star Trek
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Philosophie

Erschaffen wurde STAR TREK, wie bereits auf der Willkommens-Seite erwähnt, Mitte der 60er Jahre in den USA von dem ehemaligen Air-Force-Piloten Gene Roddenberry. Nachdem er bereits Drehbücher für zahllose Fernsehserien geschrieben hatte, entwarf er 1963/64 das Konzept für eine Science-Fiction-Serie, die in gewisser Hinsicht den Pioniergeist der ersten amerikanischen Siedler in den Weltraum verlagerte. Im Gegensatz zu anderen SciFi-Serien jener Zeit war Star Trek nicht als reine Unterhaltungsshow geplant, in der die klassischen Klischees von Gut und Böse (=Menschen und Aliens) bis zur Lächerlichkeit breitgetreten wurden. Stattdessen zeichnete Roddenberrys Vision ein Bild von einer abenteuerlichen Zukunft, in der die Menschen nicht nur untereinander in Frieden leben, sondern auch mit einer Reihe von außeriridischen Rassen eine Allianz eingegangen waren, die als Föderation der Vereinten Planeten bezeichnet wurde.
Da diese friedvolle Konzept vielen Produzenten und Filmstudios zu langweilig erschien, fand Roddenberry auch nicht auf Anhieb Partner, die bereit waren, den Pilotfilm zu drehen. Schließlich aber hatte er doch Erfolg und "The Cage" (dt. "Der Käfig") wurde 1964 gedreht. Mit der Serie gemeinsam hatte er schon das Raumschiff, welches den Namen U.S.S. Enterprise trug und die Registriernummer NCC-1701 hatte. Das "U.S.S." im Namen stand bzw. steht auch heute noch für "United Stars Ship". Auch ein bedeutendes Besatzungsmitglied kam damals bereits vor: Mr. Spock, der spitzohrige Vulkanier. Gerüchten zufolge sollte er anfänglich sogar als rothäutiges, teufelartiges Wesen geplant gewesen sein, das über eine Öffnung in seinen Bauch Metall absorbieren konnte. Allerdings wurde dieses Aussehen schnell wieder verworfen, um Ärger mit religiösen Gruppen zu vermeiden. Und so sah Spock, dargestelt von Leonard Nimoy, noch relativ menschlich aus, bis auf die bereits erwänhten Spitzohren und die geschwungenen (im Pilotfilm eher buschigen) Augenbrauen. Trotzdem brachte dies allein schon so manch christlichen Fanatiker auf die Palme und tut es auch heute noch.
Wie dem auch sei, der Pilotfilm wurde ein ziemlicher Erfolg, doch für die Serienproduktion waren noch einige Veränderungen nötig: So fanden die Produzenten z.B., dass Enterprise-Captain Christopher Pike zu langweilig sei, ein ruhiger, philosophischer Typ, ja fast schon ein Weichei - sein Nachfolger wurde James T. Kirk, seines Zeichens Draufgänger und Vollblut-Macho. Spock mit seinem rationalen, vulkanischen Verstand, mittlerweile zum Ersten Offizier befördert, passte perfekt zu ihm als Konterpart; ein weiterer Charakter, der das kultige Triumvirat vervollständigte, war Doktor Leonard McCoy, genannt "Pille" (im amerikanischen Original "Bones"). Dazu gesellten sich noch folgende Personen:
Die schwarzafrikanische Kommunikationsoffizierin Lieutenant Uhura, Chefingenieur Montgomery Scott, genannt "Scotty" und Steuermann Hikaru Sulu. Anfang der zweiten Jahres-Staffel stieß der letzte der Hauptcharaktere zur Enterprise-Crew - zweiter Steuermann Pavel Chekov, sehr zum Ärger mancher Kommunistenhasser. Generell war es damals nicht leicht, die Star-Trek-typische Philosophie von Toleranz und Offenheit rüberzubringen; in der Folge "Plato's Stepchildren" (dt. "Platons Stiefkinder") z.B. küssten sich Kirk und Uhura - auch wenn dies laut Drehbuch unter dem Einfluss einer außeriridischen Kraft geschah, war dieser erste Filmkuss zwischen einem Weißen und einer Farbigen doch Provokation genug, dass einige Südstaatensender die Ausstrahlung dieser Episode verweigerten.
Im Großen und Ganzen jedoch kam diese Serie ganz gut an bei dem Publikum. damit es nicht zu langweilig wurde, hatte die Föderation natürlich auch einige Feinde - vor allem die Klingonen und Romulaner machten Kirk und seiner Crew immer wieder das Leben schwer, zumal diese beiden aggressiven Völker sich auch noch miteinander verbündeten! Bei all der Action fiel es schwer, Abschied zu nehmen, doch die 1966 erstmals ausgestrahlte Serie wurde 1969 eingestellt - trotz zahlreicher Fans, die STAR TREK mittlerweile hatte, wurde sie wirtschaftlich für untragbar befunden. Gottseidank aber verlief die letzte Episode "Turnabout Intruder/ Gefährlicher Tausch" relativ unspektakulär, keine der Hauptpersonen starb, was sich später als weise Entscheidung herausstellen sollte...

Die klassische Enterprise
 

STAR TREK in den 70er Jahren

1972 fand die erste STAR-TREK-Convention, ein Treffen von Fans statt; ein Jahr später kehrte die Enterprise sogar auf die Fernsehschirme zurück - wenn auch nur als Zeichentrickserie, deren Episoden mit jeweils einer halben Stunde nicht ganz das Niveau der Originalserie erreichte. Immerhin konnten auf der gezeichneten Basis Welten und Aliens realisiert werden, die in der Original-Serie nicht oder nur unter enormen finanziellen und technischem Aufwand realisierbar gewesen wären. So gab es z.B zwei neue Besatzungsmitglieder, den dreiarmigen Liuetenant Arex und die Katzenfrau M'Ress. Die altbekannten Charaktere wurden akkustisch weiterhin von den Originalschauspielern verkörpert; trotzdem wurden die Handlungen dieser Serie nicht in der offiziellen Zeitlinie berücksichtigt. Denn die Macher liebäugelten schon mit einer neuen Real-Serie...
Anfangs war noch von einem Kino-Film die Rede, doch der Erfolg von George Lucas' Meilenstein STAR WARS 1977 gab Grund zur Befürchtung, mit dieser Special-Effects-Orgie nicht mithalten zu können. Also entschied man sich für ein Fernsehkonzept der folgenden Art: Die mittlerweile umgebaute Enterprise sollte auf eine zweite Fünf-Jahres-Mission unter dem Kommando von James T. Kirk geschickt werden (die erste Serie zeigte lediglich die letzten drei Jahre der ersten Mission). In der realen Welt Betrug der zeitliche Abstand zwischen Ende der ersten Serie und Anfang der geplanten zweiten 10 Jahre; laut offizieller Zeitlinie sollten zwischen den beiden Missionen der Enterprise nur zwei bis drei Jahre vergangen sein. Spock, der inzwischen zum Leiter der Wissenschaftlichen Akademie auf Vulkan ernannt worden war, wurde durch den Vollblutvulkanier Xon ersetzt (Spocks Mutter war menschlich) und Commander William Decker war neuer Erster Offizier.
Soweit war also schon die Planung der neuen Serie; es existierten bereits sogar fertige Drehbücher. Doch aus nicht näher definierbaren Gründen wurde aus der Idee dann doch noch ein Kinofilm - aus Xon wurde Sonak, welchem das grauenhafte Schicksal zuteil wurde, bereits am Anfang des Films durch eine Transporterfehlfunktion ums Leben zu kommen. Wiliam Decker schien da zunächst mehr Glück zu haben - er wurde vorrübergehend zum Captain der frisch restaurierten Enterprise befördert, während der nach Ende der ersten Mission zum Admiral beförderte Kirk sich mit seinem ehemaligen Schiff praktisch gar nicht mehr auskannte. Trotzdem riss letzterer das Kommando über die Enterprise wieder an sich, als bekannt wurde, dass eine riesige Energiewolke sich der Erde näherte, die alle Raumschiffe und Stationen auf ihrem Weg in Energiepartikel auflöste und diese dann assimilierte. Um dem entgegenzuwirken, war ein erfahrener kommandierender Offizier gefragt - da kam nur Kirk in Frage und selbst Spock kehrte wieder zurück. Als die Crew der Enterprise in das Innere der Wolke vordrang, assimilierte sie das Crewmitglied Lieutenant Ilia (eine Deltanerin) und schickte sie als originalgetreue Kopie wieder an Bord, die als Vermittler zwischen dem Riesengebilde und den Leuten auf der Enterprise fungierte. Um es kurz zu machen: Es stellte sich heraus, dass die Wolke, welche sich V'ger nannte, im Kern aus einer alten Voyager-Raumsonde bestand, deren Grundfunktionen von den offenbar übereifrigen Bewohnern einer Maschinenwelt perfektioniert worden waren: Sammle alle erreichbaren Daten und übermittle sie an deine Erbauer. Zum Glück erinnerte man sich noch an den alten Code, der die Übertragung der Daten in Gang setzen sollte. Gerade bevor die Sonde die Erde zerstörn konnte, schaffte Decker es noch, den besagten Code manuell einzugeben, was einen Prozess auslöst, in dem V'ger, Decker und die Ilia-Kopie zu einer völlig neuen Lebensform verschmelzen.
Vom Inhalt her erinnerte die Handlung dieses ersten Kinofilms von 1979 stark an eine Episode der alten Serie, wo ebenfalls eine aufgemotzte Sonde für Ärger auf der Enterprise sorgte. Tricktechnisch jedoch war "STAR TREK - der Film" um Klassen imposanter, da er ja auch mit der STAR WARS-Saga konkurieren musste, von der zur selben Zeit der zweite Teil lief. Die Klingonen, die ganz zu Anfang des Films zwei Schiffe an die Wolke verloren, erhielten zum Beispiel erstmals ihre hohen, von Furchen durchzogenen Stirne, Make-Up-Kunstwerke, die zur Zeit der alten Serie noch viel zu teuer gewesen wären.

die neu gestaltete Enterprise
 

Die 80er Jahre

Bereits 1982 erschien der zweite Film auf den Leinwänden, wobei das Design der Enterprise im Vergleich zum Vorgänger ein paar kosmetische Veränderungen erfuhr. Radikaler erging es da den Uniformen, welche drei Jahre zuvor noch stark an die Serie erinnert hatten. Nun bestanden sie alle aus schwarzen Hosen und roten Oberteilen. Zum Inhalt dieses Films und der darauffolgenden sei hier nichts gesagt, das steht alles in der Rubrik "Zeitlinie". Nur die Jahreszahlen der weiteren Filme seien hier verraten:
STAR TREK III kam 1984 und knüpfte direkt an die Handlung von STAR TREK II an, STAR TREK IV von 1986 machte die in sich abgeschlossene Trilogie aus den Teilen II-IV komplett. STAR TREK V erschien 1989 und knüpfte seinerseits an die Handlung seines Vorgängers an, hatte thematisch aber fast nichts mehr mit der Trilogie (Tot und Wiedergeburt von Spock, um nur ein Hauptelement zu nennen) zu tun.

Auf dem Fernseh-Sektor tat sich inzwischen aber auch wieder etwas - 1987 lief eine brandneue Serie an, die "STAR TREK - The Next Generation" (dt: "Raumschiff Enterprise - Das Nächste Jahrhundert"). Die Handlung setzte genau 100 Jahre nach Beginn von Captain Kirks erster 5-Jahres-Mission an, im 24. Jahrhundert. Das Schiff hieß wieder Enterprise, hatte diesmal die Registriernummer NCC-1701-D und wurde von einem Franzosen namens Jean-Luc Picard kommandiert. Der neue Erste Offizier hieß William T. Riker, Medizinischer Offizier war Dr. Beverly Crusher. Den Exotenstatus in dieser Serie nahm der Wissenschaftsoffizier ein, ein Android (=menschenähnlicher Roboter) namens Data. Für mindestens genausoviel Aufsehen sorgte der klingonische(!) Sternenflottenoffizier Worf. Offenbar hatte die Föderation frieden mit einem ihrer ehemaligen Feinde geschlossen... Zu den Romulanern sei hier gesagt, dass sie es sich mittlerweile auch mit ihren ehemaligen Verbündeten verscherzt haben und ansonsten noch mindestens genauso fies drauf sind wie in der ersten Serie. Nun aber wieder zurück zu Worf: Nach dem Tod von Sicherheitsoffizier Tasha Yar gegen Ende der ersten Staffel übernahm er deren Posten. Auch ein weiterer Hauptcharakter stieg auf: Der von Geburt an blinde Geordi La Forge wurde in der zweiten Staffel zum Chefingenieur befördert. Zum Sehen diente ihm ein einzigartiges Gerät namnes VISOR (=Visual Instrument Sight Organic Replacement), der an einen zur Brille umfunktionierten Haarreif erinnerte - und genau von diesem Modeaccesoire für Frauen wurde das Gerät auch inspiriert! Der VISOR befähigt seinen Träger, Wellen im gesamten elektromagnetischen Spektrum wahrzunehmen, wie z.B. Infrarot, Röntgen usw. Damir übertrifft er an Leistung sogar Datas kybernetische Augen! Aber viel lieber würde Geordi ganz normal sehen können, und wenn wir schon bei Trämen sind - Data wäre am liebsten ein Mensch, was vom Anfang an Vergleiche mit Pinoccio heraufbeschwört.
Ein ebenfalls wichtiges Besatzungsmitglied der Enterprise-D fehlt noch - Deanna Troi, ihres Zeichens Schiffs-Councellor, eine Art psychologischer Berater. Die Tatsache, dass sie zur Hälfte Betazoid ist und daher die Gefühle anderer Wesen lesen kann (wird auch Empathie genannt, eine Vorstufe zur Telepathie), kommt ihr in diesem Beruf sehr gelegen und hat der Crew der neuen Enterprise mehr als einmal aus brenzligen Situationen geholfen.
Die Technologie hat sich seit der ersten Serie grundsätzlich nicht verändert - noch immer fliegt das Raumschiff dan Warpantrieb schneller als das Licht (die Enterprise-D schneller als die alte 1701), dienen Schutschilde als passive und Phaser sowie auch Photonentorpedos als aktive Verteidigungswaffen. Der Materietransporter, die Maschine zum beamen, ist noch sicherer geworden und hat sogar zwei Abkömmlinge nach sich gezogen: Replikatoren, mit denen Nahrungsmittel, Getränke, Medizin und kleinere Gegenstände (fast) beliebiger Zusammensetzung wie aus dem Nichts erschaffen werden können sowie das Holodeck, ein Ort, an dem vom realen Leben praktisch nicht unterscheidbare Illussionen erschaffen werden können, nicht zu vergleichen mit dem, was man im 20. Jahrhundert als Hologramm bezeichnete. Diese beiden Errungenschaften dienen auch der Entspannung gerade bei langen Reisen durchs All. Die Enterprise-D, ein Schiff der Galaxy-Klasse, bietet Platz nicht nur für 1000 Besatzungsmitglieder, sondern auch noch für deren Familien. Bei Gefahr kann die Untertassensektion mit all diesem Zivilisten und einigen Crewmitgliedern an Bord abgekoppelt werden und als eigenständiges raumschiff weiterfliegen, wenn auch ohne Warpantrieb. Der übrige Rumpf dagegen kann sich dann ohne Furcht davor, Frauen und Kinder zu gefährden, ins Schlachtgetümmel stürzen.
Einer der zivilen Passagiere zählt sogar zur Hauptfiguren: Der zum Serienstart 15-jährige Wesley Crusher, der Sohn der Schiffsärztin Beverly Crusher.
[Hinweis: Ihr werdet den grammatikalischen Stilbruch wohl bemerkt haben - Aber von einem gewissen Punkt an erschien mir die Vergangenheitsform einfach untragbar *gg*].

Enterprise 1701-D
 

Die turbulenten 90er

Nun ja, nicht jeder mag dieses Jahrzehnt als soo wild in Erinnerung haben, aber in Sachen STAR TREK tat sich in dieser Zeit besonders viel :-)
Wo nur anfangen? Am besten dort, wo die 80ger aufgehört haben: Die neue Serie bestand noch fort bis 1994 und die Kinofilme machten es sich nun zur Aufgabe, Schritt für Schritt von der alten zur neuen Serie zu leiten: "STAR TREK VI - The Undiscovered Country" (dt: "Das Unentdeckte Land") von 1992 zeigt die ersten Schritte zum Friedensabkommen zwischen den Klingonen und der Föderation. Der Nachfolger "STAR TREK: Generations" (dt: "Treffen der Generationen") von 1994/95 Führte Kirk und Picard sogar zusammen - möglich machte es ein gehimnisvolles Energieband namens Nexus, in dem Zeit und Raum keine Bedeutung haben. Gemeinsam kämpfen sie in in Picards Zeit gegen einen größenwahnsinnigen Wissenschaftler, wobei Kirk den Heldentod stirbt und den Zuschauern endgültig klar wird: Die nächsten Leinwandabenteuer werden im 24. Jahrhundert mit der Crew von The Next Generation (TNG) stattfinden. Und ein neues Schiff - NCC-1701-E - wird es auch geben, denn Picards Enterprise aus Serienzeiten geht dabei spektakulär zu Bruch.

Bevor wir uns jetzt in nächste Kinoabenteuer stürzen, kehren wir noch einmal zum Fernsehen zurück. Für dieses Medium wurde 1993, als die TNG-Serie noch lief, ein Ableger namens "STAR TREK: Deep Space Nine" erschaffen. Das Konzept unterschied sich von den vorangegangenen Serien dadurch, dass es ziemlich stationär war - kein Schiff, dessen wagemutige Besatzung in Gebiete vorstieß, die nie ein Mensch zuvor gesehen hatte, sondern eine Raumstation neben einem Wurmloch, das in den weit entfernten Gamma-Quadranten der Galaxis führte (selbst bei Maximum-Warp würde die Reise dorthin Jahrzehnte dauern, mit dem Wurmloch nur ein paar Minuten).
Aber der Reihe nach: "Deep Space Nine" ist eine offizielle Föderationsbezeichnung für eine von der Sternenflotte betriebene Raumstation tief im Weltraum. Das besondere an dieser Station ist, dass sie ursprünglich von den Cardassianern gebaut worden war, einem Volk, mit dem die Föderation sich vor nicht allzu langer Zeit noch im Krieg befunden hatte. Der Planet, um den sie kreist heißt Bajor, eine Welt mit einer uralten Kultur, die die Cardassianer 50 Jahre lang besetzt gehalten hatten. Das Wurmloch wird eher zufällig entdeckt, als Commander Benjamin Sisko dort hineingerät und Kontakt zu seinen Erschafferns aufnimmt, geheimnisvoollen Aliens, die die Bajoraner bislang eigentlich nur aus Mythen kannten als "Propheten" verehrten. Kaum war das Wurmloch entdeckt, wurde Sisko von den Bajoranern als "Abgesandter" der Propheten empfangen und somit (obwohl er nur ein Erdenmensch war!) zu einer lebenden Legende für dieses tiefreligiöse Volk. Die Wurmlochwesen kennen keine Zeit, die Begriffe "Vergangenheit", "Gegenwart" und "Zukunft" haben für sie keine Bedeutung - bis Benjamin Sisko sie wenigsten einigermaß darüber aufklären konnte. Um von der intergalaktischen "Autobahn" auch profitieren zu können, wurde die Station etwas näher herangerückt, ohne sich dabei aber allzu weit von Bajor zu entfernen. Als Ersten Offizier wird Sisko die Bajoranerin Kira Nerys (mit dem Rang eines Major) zugeteilt, Sicherheitschef wird ein Formwandler namens Odo, Wissenschaftsoffizierin die Trillianerin Lieutenant Jadzia Dax, Chefingenier der ehemalige Enterprise-D-Offiizer Miles O'Brien und leitender Medizinischer Offizier Doktor Julien Bashir. Alle genannten Personen außer Kira und Odo sind Sternenflottenoffiziere; zu Jadzia Dax sei noch folgendes gesagt: Sie ist viel außeriridischer, als es ihr Aussehen vermuten lässt, denn in ihrem Bauch beherbergt sie einen wurmartigen Symbionten, der das Wissen und die Erfahrungen von sechs Vorgängerwirten besitzt. Dadurch hat die erst 27-jährige Jadzia dank des Symbionten "der eigentliche Dax!" eine Lebenserfahrung von insgesamt über 300 Jahren vorzuweisen. Übrigens sind längst nicht alle Trill mit einem Symbionten vereint, nur etwa 10 Prozent. Sisko war mit Jadzias Vorgänger Curzon Dax sehr eng befreundet, weshalb er die junge Frau oft scherzhaft "alter Mann" nennt - Curzons Erinnerungen sind ja schließlich ein Teil von ihr.
Auch auf Deep Space Nine gibt es haufenweise Zivilisten, mehr noch als auf der Enterprise-D, und mindestens zwei von ihnen sollten als weitere Hauptcharaktere noch vorgestellt werden:
Der Barkeeper Quark ist ein Ferengi, ein gnomenhafter Mann mir Riesenohren und Knollennase und wie alle Vertreter seines Volkes ein Ultrakapitalist hoch Zehn. Dagegen ist Jake Sisko, der zu Serienbeginn 12-jährige Sohn des Commanders, geradezu liebenswürdig...
Vielen Fans war die Serie mit der Raumstation wohl doch ein bisschen zu statisch, weshalb in der dritten Staffel ein Raumschiff hinzugefügt wurde, das der mittlerweile zum Captain beförderte Benjamin Sisko zum Schutz von Deep Space Nine befehligt. Die Föderation, ja der ganze Alpha-Quadrant hat nämlich einen sehr ernst zu nehmenden Gegner, das Dominion, einen diktatorischen Sternenbund aus dem Gamma-Quadranten... Etwa zur selben Zeit stößt auch Worf, ein weiteres ehemaliges Enterprise-Besatzungsmitglied, zu der DS9-Crew.

Als ob das nicht schon genug Action wäre, wurde 1995 NOCH EIN TNG-Ableger ins Rennen geschickt, diesmal von Anfang an wieder mit einem Raumschiff: "VOYAGER" hieß die neue Serie, das gleichnamige Schiff, die U.S.S. Voyager NCC-74656, ist kleiner als die Enterprise und wird von einer Frau, Captain Kathryn Janeway befehligt. Aufgabe ist in dieser Serie auch nicht primär die Erforschung des unbekannten Weltalls, sondern das Finden eines Heimwegs aus dem 70.000 Lichtjahre entfernten Delta-Quadranten. Aber wie gelangte das Schiff nur dahin? Naja, Frau am Steuer... *fg*
Nein, jetzt mal im Ernst: Die Voyager hatte im Pilotfilm die Aufgabe, ein Schiff des Maquis, einer Art galaktischer Guerilla-Bande, aufzuspüren und die Besatzung gefangen zu nehmen. Da schleudert eine starke, unbekannte Macht beide Schiffe (die Voyager und das des Maquis) in den Delta-Quadranten. Um zu überleben, müssen die Maquis-Überlebenden sich in die Sternenflotten-Crew unter Captain Janeways Kommando eingliedern. Das war auch deshalb nötig, da ein paar wichtige Besatzungsmitglieder der Voyager bei der alles anderen als reibungslos abgelaufenen Entführung in diesen noch unerforschten Teil der Galaxis ums Leben gekommen waren. Neuer Erster Offizier wird der Maquis Chakotay, ein Erdenmensch indianischer Abstammung. Chef der Sicherheit ist der Vulkanier Tuvok, ein Kollege von Janeway, der sich als Spion bei den Maquis eingeschlichen hatte. Da der Chefingenieur auch dran glauben hat müssen, nimmt die Halbklingonin B'Elanna Torres seinen Platz ein, ebenfalls ein Mitglied des Maquis. Für den verstorbenen Chefarzt springt eine ganz neue Art von Ersatz ein: Ein Medizinisch-Holografisches Notfallprogramm, kurz MHN oder einfach nur "Doc" genannt. Das Problem ist nur, dass dieses Hologramm nicht für den dauerhaften Ersatz programmiert wurde, aber durch ein paar technische Modifikationen und der Anpassungsfähigkeit des künstlichen Doktors erweist er sich schon bald als vollwertiges Crewmitglied, dass seinen Kollegen aus Fleisch und Blut in nichts nachsteht - vor allem dann, als er mit einem mobilen Emitter aus der Zukunft ausgestattet wird, der es ihm erlaubt, sich an jedem beliebigen Ort auch außerhalb der Krankenstation und des Holodecks aufzuhalten. Zwei wichtige Besatzungsmitglieder fehlen noch: Navigator und Spitzenpilot Tom Paris, vom Anfang der Mission an dabei. Der letzte im Bunde ist Fähnrich Harry Kim, der trotz seines niedrigen Rangs den Part des Wissenschaftsoffiziers übernimmt.
Die Liste der aus dem Alpha-Quadranten stammenden Hauptcharaktere ist hiermit komplett, doch zwei einheimische Aliens sorgen erst richtig für ethnische Vielfalt: Der Talaxianer Neelix, der sich als Händler hervorragen auskennt im Delta-Quadranten und seine Freundin Kes vom Volk der O'Campa. In der dritten Staffel wird sie von einer nicht weniger interesannten weiblichen Gestalt abgelöst: Seven of Nine, einer ehemalignBorg-Drohne. Die Borg, die bereits in der TNG-Serie für Ärger sorgten, sind eine Rasse biokybernetischer Aliens, die keinerlei Individualität kennen, sondern nur ein einziges kollektives Bewusstsein. Seven ist die erste ihrer Art, die erfolgreich von diesem Kollektiv getrennt werden konnte...
Eine Kleinigkeit sei noch zur Technik der Voyager erwähnt: Einige Schaltkreise wurden durch sogenannte "Bioneurale Gel-Packs" ersetzt, organische Elemente, die Informationen schneller transportieren können als herkömmliche Leitungen.

Jetzt folgt wieder ein Riesensprung auf die Leinwand - 1996 und 1998 kamen die beiden nächsten STAR-TREK-Filme in die Kinos, beide auschließlich mit der TNG-Crew, wobei der erste von beiden, "First Contact" (dt.: "Der Erste Kontakt") auch die Borg beinhaltet sowie eine Zeitreise, bei der es um die Erfindung des Warp-Antriebs geht. Eine brandneue und überaus schick gestaltete Enterprise-E ist natürlich auch mit von der Partie!

Noch ein wichtiger Nachtrag: Gene Roddenberry verstarb 1991, weshalb er bei der Konzeptgestaltung von DS9 und Voyager auch nicht mehr mitwirken konnte. Aber die Produzenten haben sich alle Mühe gegeben, die neuen Serien in seinem Geiste zu gestalten und die STAR-TREK-Saga weiter zu führen.

Deep Space Nine       Voyager
 

2001 - Das Jahr, in dem...

... eine neue Ära für STAR TREK anbrechen soll. Mit "STAR TREK: Nemesis" wird derzeit der zehnte Kinofilm gedreht, Gerüchten zufolge der letzte mit der TNG-Mannschaft. Aber der Knaller schlechthin ist die mittlerweile fünfte Fernsehserie, die diesmal ganz anders wird. George Lucas hat es vorgemacht: Sein neuester Teil der STAR-WARS-Saga, "Episode 1", spielt um die 30 Jahre vor der Handlung des 1977 in die Kinos gekommenen ersten Teil, der auch di eÜberschrift "Episode IV" getragen hatte. Auf das STAR-TREK-Universum übertragen heißt das: die neue Serie, schlicht als "Series V" bezeichnet, spielt um die 160 Jahre VOR Captain Kirks erster Mission mit der Enterprise 1701. Diese allerneueste Serie trägt schlicht den Namen "Enterprise", wobei aber nicht das stolze Flaggschiff der Föderation gemeint ist. Nein, die Föderation existiert 2151 noch gar nicht, sie wird erst zehn Jahre später gegründet werden. Aber die Sternenflotte gibt es schon, und ihr größter Stolz ist die Enterprise NX-01, das allererste wirklich weltraumtaugliche Raumschiff, ein Prototyp, der als erster und einziger irdischer Sternenkreuzer die sagenhafte Geschwindigkeit von Warp 5 erreicht! Nun ja, im Vergleich zur Voyager ist das absolutes Schneckentempo, selbst Kirks alte Schüssel war da um Einiges schneller, doch für die damaligen Verhältnisse muss dies als absoluter Rekord angesehen werden. Kommandant dieses historischen Raumschiffs ist Captain Jonathan Archer, der Pionier schlechthin, der den STAR-TREK-Gedanken verkörpert wie kein anderer. Denn schon Captain Kirk und seine Leute beamten in den 60ger Jahren durch die Gegend, als sei's das Natürlichste im Universum. Archer hingegen sieht sich den gerade erst erfundenen Transporter an und denkt sich: Ich nehme doch lieber das Shuttle. Eine überaus gesunde Einstellung, denn die Transportertechnologie steckt wie so vieles Andere, das in späteren Jahrhunderten als selbstverständlich angesehen wird, noch in den Kinderschuhen. Alles ist noch neu, die Galaxie erscheint unendlich riesig (allein schon der Alpha-Quadrant!) und die Aliens wirken noch fremdartiger... In dem Pilotfilm zu Enterprise, der im Herbst dieses Jahres in den USA auf UPN Premiere haben wird, findet der Erstkontakt mit den Klingonen statt - doch zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt es noch nicht. Die wahren Gegner der Menschheit und ihrer Verbündeten sind die Sulibaner, eine Rasse genetisch aufgewerteter Humanoiden, die ihre Knochenstruktur beliebig verändern können und damit zu Bewegungen fähig sind, die nur noch von einem Formwandler übertroffen werden können. Warum die Sulibaner in den folgenden beiden Jahrhunderten nicht mehr vorkommen, scheint allerdings rätselhaft, vielleicht haben sie sich mit ihrer übertriebenen Gentechnik selbst zu Tode gezüchtet (d.h. sie wurden unfruchtbar) oder sie haben sich mit ihren in allen Richtungen beweglichen Gliedmaßen so hoffnungslos verknotet, dass sie einfach verhungert und verdurstet sind... Gottseidank gibt ea auch freundlicher gesonnenen Aliens, wie die Vulkanier, die die Menschen zwar für unzurechnungsfähig und noch nicht reif für das große weite Weltall halten, ihnen aber immerhin nichts Böses tun wollen. Eine von ihnen, Sub-Commander T'Pol, fliegt deshalb auch als Aufpasserin mit. Auch der Schiffsarzt dieser Serie ist ein Außerirdischer, er heißt Phlox und gehört einer im 23. und 24. Jahrhundert ebenfalls nicht mehr zu sehenden Spezies von Humanoiden an, die sich alle geschlechtslos fortpflanzen. Deshalb scheint er wohl auch so sehr von den Menschen fasziniert zu sein, die ja bekanntermaßen alles andere als geschlechtslos sind... Es bleibt nur abzuwarten, ob diese neue Serie auch wirklich Erfolg haben wird. Vielversprechend klingt das Konzept allemal, und die Zeit, in der es angesiedelt ist, liegt auch viel näher an der unseren ("nur" 150 Jahre in der Zukunft - die Sternenflottenadmiräle tragen z.B Krawatten!).
Nachdem vor allem Voyager in den letzten Jahren immer mehr zu einem Action-Spektakel verkommen ist, bei dem der ursprüngliche Hintergedanke fast völlig auf der Strecke blieb, bleibt zu hoffen, dass Series V dafür sorgt, dass der gute alte Roddenberry wenigstens nicht mehr ganz so heftig in seinem Grab rotiert.
Eines jedoch lässt sich auf jeden Fall nicht leugnen: STAR TREK ist mit Abstand das größte zusammenhängende Science-Fiction-Konzept, das jemals für Film und Fernsehen entwickelt wurde.

Enterprise NX-01

 
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